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3. Dezember: Verschwundene Kulturpaläste im zweiten Bezirk

Sperlsäle

Manfred Permoser

Zu Biedermeierzeiten lockt das Tanzvergnügen die Wiener auch in die Vorstadt. So wird der Sperlsaal in der damals vorgelagerten Leopoldstadt zu einem der beliebtesten Vergnügungsetablissements. Hier dreht sich das elegante Wien zu den schwungvollsten Walzerklängen. Vor allem für Johann Strauss Vater wird “der Sperl” zum Stammlokal. Und zur ersten Bühne für eine Vielzahl seiner Werke. (Volltext auf ORF Topos)

Tanzsaal „Zum Sperlbauer“ – Foto nach Lithografie von G. Zafourek.

Wagners Kaffeehaus

Isabella Sommer

Wagners Kaffeehaus im Prater (Hauptallee Nr. 9, früher Nr. 18), auch „Zweites Kaffeehaus“ genannt, erfreute sich vor allem durch die dort gebotene musikalische Unterhaltung großer Beliebtheit. Es wurde um 1786 erbaut und 1799 von Franz Anton de Paula Gaheis als größer und vornehmer als das „Erste Kaffeehaus“ im Prater beschrieben. Ab 1802 ist Ignaz Wagner als Besitzer nachweisbar, seine Tochter Antonie war mit Ferdinand Raimund befreundet. (Volltext)

Kettenbrückensaal

Cornelia Szabó-Knotik

Musikalisch vor allem mit Johann Strauss (Vater) verbunden, steht dieses zu den frühen Vergnügungsorten Wiens zählende Lokal dem Namen nach für die Entwicklung der urbanen Infrastruktur der Stadt. Es nahm am 1.10.1825 den Betrieb auf, drei Tage bevor die damit angesprochene erste Kettenbrücke Wiens (die Sophienbrücke, heute: Salztorbrücke) eröffnet wurde. (Volltext)

Dianasaal

Cornelia Szabó-Knotik

Das zu Beginn des Jahrhunderts nach dem Vorbild einer römischen Therme und mit einer erstmals aus Eisen bestehenden Dachkonstruktion erbaute Wannenbad wurde in den 1840ern zur ersten gedeckten Schwimmhalle Europas umgestaltet. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde es in der Folge als Ball- und Konzertsaal verwendet, der besonders in den 1860er Jahren an Bedeutung gewann. (Volltext)

Augarten

Isabella Sommer

Der Augarten (heute: Obere Augartenstraße 1) – 52,2 Hektar groß und eine der ältesten und kulturhistorisch bedeutendsten barocken Gartenanlagen der Stadt – war ursprünglich der kaiserlichen Familie als Jagdrevier und Erholungsort vorbehalten. Joseph II. machte am 30.4.1775 den Augarten der Allgemeinheit zugänglich. Aus diesem Jahr stammt das triumphbogenartige, von Isidor Canevale entworfene Eingangsportal, über welchem die Worte zu lesen sind: „Allen Menschen gewidmeter Erlustigungs-Ort von ihrem Schaetzer.“ (Volltext)

Johann Andreas Ziegler (Künstler), Artaria & Co. Verlag (Verlag), “Aussicht gegen die Seufzer Allee im Augarten” / “Vue de l´allee de Soupirs dans l´Augarten” (1. Etat), um 1783, Wien Museum Inv.-Nr. 18985, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/144885/)